Die Exmoor Ponys im Bingenheimer Ried

Seit 2011 wird das Naturschutzgebiet Bingenheimer Ried, neben den Rindern, auch von einer kleinen Herde Exmoor-Mix-Ponys beweidet.

Aus den unterschiedlichsten Gründen ist die Haltung der Ponys nun aber nicht mehr gut für die Tiere- Die Gründe sind unter anderem das veränderte Klima und damit das veränderte Futterangebot und das viele, frische, zuckerreiche Gras im Bingenheimer Ried.

Zwei Ponys mussten aufgrund von Hufrehe schon ihr Leben lassen und das wollen wir für die anderen Ponys verhindern. Hufrehe ist eines der Symptome der Zuckerstoffwechselstörung, welche die Ponys durch den hohen Zuckergehalt im Gras entwickelt haben. Zum Glück hat ein tierärztliches Gutachten ergeben, dass die Ponys noch keine unumkehrbaren Schäden erlitten haben.
Exmoor Ponys sind eine leichtfuttrige Rasse, die zu Fettleibigkeit und Zuckerstoffwechelstörung neigt und sind daher nicht für eine reine Weidehaltung geeignet.

Deshalb suchen wir dringend Unterstützung bei der Suche nach einem anderen, guten Platz für die Ponys, damit sie nicht unheilbar erkranken. Eine große Unterstützung haben wir schon durch das Team-HUF erfahren. Dahinter verbergen sich zwei engagierte Frauen, die als selbständige Hufpflegerinnen arbeiten und eine Hufrehe-Rehabilitationsstation im Haunetal betreiben.

Dort sind bereits vier Ponys hingekommen und sollen dort an Menschen gewöhnt werden und wieder „auf gesunde Hufe gestellt werden“.

Wir und das Team-Huf brauchen aber noch mehr Unterstützung! Wie könnt ihr helfen?

  • Wir suchen Pferdeliebhaber, die sich vorstellen können, eines oder mehrere der Ponys zu übernehmen. Alle Ponys haben einen Equidenpass und wir geben sie kostenlos ab.
  • Wir suchen Naturschutz-Beweidungsprojekte oder Kontaktadressen, bei denen bereits magere Wiesen mit Ponys oder Rindern beweidet werden. Evtl. können unsere Ponys Teil dieser Herde werden.
  • Wir und das Team-HUF benötigen finanzielle Unterstützung für die Zeit der Sozialisierung der Ponys im Haunetal und für die Hufpflege der noch im Bingenheimer Ried stehenden Ponys. Hier könnt ihr das Projekt von Team-HUF direkt unterstützen: https://www.teaming.net/wild-gesund-hufreheweg oder direkt an uns.
  • Ehrenamtliche Mithilfe bei der Arbeit mit den Ponys im Haunetal bei Team-HUF.
  • Teilt die Geschichte mit anderen Pferde- und/oder Naturschutzbegeisterten, je mehr Leute davon wissen, je größer ist die Chance, dass wir eine gute Lösung für die Ponys finden.

Das sind unsere Kontaktadressen:

Für den NABU-Bingenheim: Veronika Pigorsch und Sven Schuchmann: info(at)nabu-bingenheim.de
Für das Team-HUF: Christina Kuenen und Barbara Kelly: info(at)team-huf.de

 

Unsere Ponys

Hier stellen wir Euch unsere Wilden vor, die zwischen 2003 und 2015 geboren sind:

Frieda (Lotta)

Das ist Frieda oder auch Lotta genannt. Sie ist die zahmste Stute in der Herde und noch mit einer zweiten Stute die einzigen weiblichen Ponys im Bingenheimer Ried. Lotta ist 2003 geboren. Sie ist recht zutraulich und lässt sich an Kopf und Hals streicheln. Bevor sie ins Bingenheimer Ried kam, war sie sicherlich mit Menschen im engeren Kontakt. Wir schätzen sie auf ein Stockmaß von 1,35 cm. Sie ist auch unser Pony mit den besten Hufen.

Lovis

Sie ist die zweite, dunkelbraune Stute und scheu. Sie lässt sich kaum überreden, mal näher zu kommen. Nur wenn Lotta es ihr vormacht, traut sie sich manchmal. Sie ist größer als Lotta und wir schätzen sie auf ca. 1,38 cm Stockmaß. Sie ist 2003 geboren.

Thor

Er ist der Vater der meisten Wallache hier und ein reinrassiges Exmoorpony. Mittlerweile ist er auch kastriert, da die Herde zu groß wurde. Sein schöner Körperbau zeigt aber noch immer, dass Thor ein stattlicher Hengst war.  Vom Charakter her scheint er misstrauischer zu sein als seine Herdenmitglieder. Er kam ursprünglich aus Derental/Niedersachsen im Jahr 2013 zu den ersten drei Stuten mit ihren drei Fohlen in das Bingenheimer Ried. Seine Hufe vertragen die Haltungsbedingungen im Bingenheimer Reid am schlechtesten. Es wäre schön, wenn er bald eine Perspektive hätte. Innerhalb der Herde ist er gut mit Karlsson befreundet. Thor ist 2010 geboren.

Karlsson

Diesen großrahmigen Falben haben wir Karlsson genannt. An ihm erkennt man, dass nicht alle Herdenmitglieder reinrassige Exmoorponys sind, sondern einige ein Mix aus Exmoor und Konik. Er ist mit Thor befreundet und der Mutigere von beiden. Dennoch ist er sehr scheu und lässt sich wie die meisten anderen nicht anfassen. Aber er ist sehr neugierig. Obwohl er so stattlich daher kommt, ist er eines von den jüngeren Ponys im Ried und 2015 geboren.

Mattis

Mattis haben wir diesen fast schwarzen Wallach genannt. Er ist der mutigste Wallach und an guten Tagen kann man ihm die Schnauze streicheln. Er ist allerdings auch besonders verfressen, was man seiner Figur ansieht.

Nils und Luca

Nils und Luca gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Man kann sie kaum unterscheiden, nur die Mähne fällt etwas anders aus. Nils geht als nächstes in die Rehastation vom Team-HUF. Sie sind 2012 bzw. 2014 geboren.

Ponys bei Team-HUF

Und nun stellen wir euch die vier Ponys vor, die schon im Haunetal bei Barbara und Christina vom Team-HUF sind

Madita

Das ist Madita. Sie ist die Mutigste von dieser Gruppe und eng mit Michel befreundet. Wahrscheinlich sind sie Geschwister und Fohlen von Lotta, mit der die beiden im Bingenheimer Ried oft zusammen waren. Madita lässt sich mittlerweile schon ein Halfter aufziehen und kommt mit, wenn man sie darum freundlich bittet.  Sie ist ca. 1,38cm groß

Michel

Und hier zeigen wir Euch Michel. Er ist Madita wie aus dem Gesicht geschnitten, aber als Wallach und Stute kann man die beiden ja gut unterscheiden. Michel ist skeptisch und erschrickt schnell aber auch sehr neugierig. Barbara und Christina bauen gerade eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm auf. Er sieht ja jetzt, dass Madita Spaß am Umgang mit Menschen hat.

Lisbeth

Und hier stellen wir Euch Lisbeth vor. Diese kleinere Falbenstute  ist auch recht misstrauisch, aber gut mit JJ befreundet. Vielleicht sind sie sogar Mutter und Sohn. Wir wissen das nicht, aber sie sind im Bingenheimer Ried quasi immer zusammen gewesen. Lisbeth braucht noch ein bisschen Zeit, um Vertrauen zu fassen.

JJ

JJ ist ein kleiner Wilder, lässt sich aber auch schon anfassen und das Halfter aufziehen. JJ ist der kleinste Vertreter der vier Wilden im Haunetal und wir schätzen ihn auf 1,30 cm.

Tierärztliche Begutachtung

Wir möchten an dieser Stelle auch ganz besonders dem Team von Dr. Kreling danken (https://kaikreling.de). Nur mit ihrem Einsatz haben wir es geschafft,  die Ponys sicher zu verladen und  ins Haunetal zu transportieren.

Weiterhin hat Dr. Kreling die Tiere alle begutachtet. Das Gutachten befindet sich hier zum Download: