Tagebuch der Naturschutzjugend 2009

17.01.09

Heute war das erste Treffen im neuen Jahr. Die vergangenen zwei bis drei Wochen war es sehr kalt mit Nachttemperaturen zwischen -15 und -22 Grad, Tagestemperaturen um -5 Grad und ca. 20 cm Schnee. Vergangene Nacht hat es angefangen zu tauen, aber noch haben wir eine geschlossene Schneedecke. Lucas kam auf die Idee Schlitten zu fahren, aber dazu war der Schnee zu hart. So sind wir in den Wald gegangen, Richtung Dachsbau und haben versucht, anhand der Spuren im Schnee die Tiere des Waldes zu bestimmen. Dieses ist gar nicht so einfach, denn durch das zwischenzeitlich eingesetzte Tauwetter sind viele Spuren nicht eindeutig zu bestimmen. Aber wir haben den Haupteingang in die Dachswohnung gefunden und uns über die rege Spur gefreut. Nur den Dachs, den haben wir nicht gesehen.

31.01.2009

Heute wollten wir zum Knappensee, um zu schauen, was die Vögel im Winter bei zugefrorenen Seen machen. Da in mein Auto keine 8 Kinder passen, bot sich Sigrun Fleischer mit ihrem Auto als Taxi an. Windig war es auf dem Weg zum Aussichtshügel und auch auf dem Hügel war es windig und kalt. Wir waren etwas enttäuscht, weil keine Vögel da waren. Nur ein Mäusebussard saß auf dem Ansitz gegenüber, ein zweiter hinten in einer Weide, kaum zu erkennen. Und dann kam eine Gruppe Schwäne angeflogen, ganz dicht über unseren Köpfe setzten sie zur Landung an und rutschten über das Eis. Und dann hatten sie plötzlich trampelnd das Eis gebrochen und eine kleine eisfreie Fläche geschaffen, damit sie dort trinken konnten: den Schnabel voll Wasser nehmen, den Hals gen Himmel recken, damit das Wasser die Kehle herunter läuft, da die Schwäne nicht schlucken können. Diese Verrenkungen sahen schon komisch aus! Und eine Rotte von Wildschweinen haben wir über eine Wiese rennen sehen. Auch diese Tiere haben sicherlich Probleme bei den kalten Temperaturen, die den ganzen Januar herrschten, ihre Nahrung zu finden.

14.02.2009

Es hat schon wieder geschneit. Wir sind diesmal in den Wald zwischen Blofeld und Dauernheim gefahren, um „Der Wildfrauen Gestühl“ zu besichtigen, einen Richtplatz aus vergangenen Zeiten, mit wunderbarem Blick auf das Niddatal und Mockstadt. Dieser Wald hat schon etwas Geheimnisvolles. Hier kann man sich vorstellen, dass die Menschen früher an Gnome und Waldgeister glaubten. Auf dem Rückweg schreckten wir ein Rudel Rehe auf, das in panischer Flucht vor uns das Weite suchte.

28.02.2009

Es hört sich nach Frühling an! Also auf ins Ried, bei 7 Grad, Wolken und Wind. Dort fielen natürlich als erstes die Störche auf, die mit dem Nestbau beschäftigt waren, aber auch viele Graugänse und Schwäne. Außerdem haben wir neben den üblichen Stockenten auch Pfeifenten und Reiherenten gesehen. Ole entdeckte dann eine Schellenente und bestimmte sie gemeinsam mit Leon anhand des Vogelbuches. Es wurde aufgrund des Windes sehr schnell kalt und so sind wir zum Spielplatz gelaufen. Dort entdeckte Josie einen Storch, der die angrenzenden Wiesen nach Futter absuchte. Außerdem standen auf den überschwemmten Wiesen Graugänse. Ach ja, und der Turm an der Rutsche wurde von den Römern (Ole und Leon) gegen die Germanen gehalten!

14.03.2009

Nun ist der Frühling da! Auf in den Wald, Nistkästen reinigen und schauen was sich so den Winter über dort eingenistet hat. Es wurden einige alte Vogeleier gefunden und mumifizierte Jungvögel. Auch einen Kleiber haben wir in einem Kasten gefunden, der noch nicht lange tot war. Die Kinder gruben eine flache Grube, legten den Vogel hinein und bedeckten alles mit Erde und Laub. Zum Schluss wurde noch ein Kreuz aus Stöcken auf das Grab gelegt. Aber wir fanden auch etwas Lebendes in einem Kasten: eine Fledermaus hing dort und erwartete die Abenddämmerung. Auf dem Rückweg fanden wir eine gefällte Weide, die in Nähe des Tisches abgelegt war. Die Weidenruten wurden abgeschnitten und mit nach Hause genommen, um sie in die Vase zu stellen oder zu Zuchtzwecken in die Erde zu stecken, vielleicht auch einfach nur zum spielen. Auf dem Rückweg meinte Josie, "Das war aber heute schön!"

28.03.2009

Heute gingen wir zum Georgenteich, Frösche und Kröten suchen. Wir trafen uns am Waldparkplatz und sind bei Nieselregen losmarschiert,  den rechten Weg hoch. Sven fand sofort unter einem Baum einen Platz, an dem eine Taube gerissen wurde. Auch waren auf den Ästen über diesem Platz Kotspuren zu sehen. Und dann schauten wir nach den Ameisenhaufen. Sechs haben wir gefunden. Sie waren ziemlich durchwühlt, aber in allen regte sich Leben. Die Ameisen schienen ihre Wohnung wieder aufzubauen. Und dann quer durch den Wald zum Georgenteich. Die Enttäuschung war groß, da wir keinen Frosch zu sehen bekamen. Auch haben wir nur an einem Platz Laich entdeckt. Die Frösche sind wahrscheinlich noch nicht angekommen, denn auf dem Schotterweg zum Parkplatz lagen auch keine toten Frösche. Die Kinder waren traurig. Aber als wir unter Tannen eine Pause machten, kamen zwei Spaziergänger mit zwei Hunden. Mit den Hunden wurden ausgiebig Stöckchen gespielt, ein kleiner Ausgleich.  Und den Harvester haben wir  in einer Seitengasse stehen sehen, und Rehe kreuzten unseren Weg.

25.04.2009

 

Heute ist ein schöner Frühlingstag und wir gehen in das Ried. Mit Spektiv bewaffnet sind wir auf Vogelsuche. Und wir finden sie, die brütenden Gänse, Schwäne und natürlich die Störche. Außerdem finden wir Blesshühner, Schellenenten, Krickenten, Haubentaucher, Stockenten, Graugänse, Nilgänse, Löffelenten und Pfeifenten. Und über allem kreist der Bussard und sucht sein Futter. Die Kinder fangen an, selbständig die Vögel zu suchen, zu finden und zu bestimmen!

09.05.2009

In den Wald, die Nistkästen kontrollieren. Viele Nester sind bewohnt: Kohlmeisen, Blaumeisen und Kleiber. Einen Kleiberkasten haben wir gefunden, der an den seinen Baum geklebt wurde. Auch haben wir ein verlassenes Meisennest gefunden, mit kalten Eiern. Auch wurde versucht in den Bau eines Dachses zu schauen.

23.05.2009

Und wieder ins Ried. Nun sieht man die Eltern nicht mehr auf dem Nest sitzen, sondern mit ihren Jungen  durchs Wasser schwimmen. Also, wir treffen auf eine Schwanenfamilie mit 5 Jungen. Na ja, und dann versuchen wir die Anzahl der Jungen in den Storchennestern zu ermitteln. Sind das in dem einen nun drei oder vier und in den anderen sind sicherlich drei.- das ist gar nicht so einfach. Und da die Gruppe heute sehr unruhig ist, gehen wir auf den Spielplatz am Bingenheimer Sportplatz.

06.06.2009

Störche beringen mit Udo stand heute auf dem Programm, nur es regnet in Strömen. So wird die Aktion abgesagt. Als wir nach ca. einer ¾ Stunde zurückgehen, sind wir nass wie die Pudel und müssen noch nach Hause fahren.

20.06.2009

Heute wollen wir mit Udo Steinkäuze beringen. Wir fahren zuerst nach Leidhecken. In der Röhre waren vor drei Wochen vier Jungvögel, nun aber ist die Röhre leer. Die Jungen sind wahrscheinlich von einem Marder geholt worden. Schade! Also weiter, zurück nach Bingenheim. Dort, in der Nähe des Steinbruches sehen wir ein Mäusebussard auf einem Zaun sitzen. Und in der Röhre die wir aufmachen sind vier Jungvögel! Der erste Vogel, den Udo aus der Röhre holt, hat eine Maus im Schnabel. Wir können deutlich die Hinterbeine und den Schwanz erkennen. Er wird sofort beringt. In diesem Nest sind noch drei weitere Jungvögel. In einer der nächsten Röhren, nahe Beienheim, geht uns ein Altvogel ins Netz, der noch keinen Ring trägt und der nun bei dieser Gelegenheit seinen Ausweis erhält. Und dann noch weiter, Richtung Dorheim. Wir haben beschädigte Röhren gefunden, Röhren in denen Sperlinge gebrütet haben und insgesamt 12 Jungvögel und 2 Altvögel. Und zum Abschluss noch Ponys auf einer Koppel in Dorheim. Ein toller Tag!

04.07.2009

Eigentlich wollten wir zum Schuljahresende bei mir im Bingenheimer Garten zelten. Aber das Wetter war zu unbeständig. So sind wir am frühen Abend zur 2. Schwickartshäuser Fledermausnacht gefahren. Rund um die Kirche waren Stände zum Thema Fledermäuse aufgebaut. Mann konnte Fledermauskästen bauen, eine Fledermausrallye absolvieren oder Vorträgen lauschen, z.B. über die Entwicklung der Fledermäuse seit der Urzeit anhand von Fundstücken aus der Grube Messel, von denen Duplikate besichtigt werden konnten. Ja und dann wurden in der Kirche junge Fledermäuse gefüttert und wir konnten auf einer Leinwand das Treiben im Kirchturm beobachten. Und als es richtig dunkel war, flogen die Fledermäuse aus dem Kirchturm, verfolgt von Infrarotlampen und Ultraschallgeräten. Spät, sehr spät sind wir nach Hause gefahren.

28.08.2009

Nach den Sommerferien das erste Mal, und wenig Kinder sind gekommen. Wir sind in den Echzeller Wald gefahren, dort einen schönen Rundweg gelaufen. Wir haben beobachtet, wie in der Herbstsonne eine Biene in einer Blüte Nektar gesammelt hat und los fliegen wollte. Nur war sie zu schwer und statt zu starten fiel sie in ein unter der Blüte gespanntes Spinnennetz. Sofort kam die Spinne angelaufen und wollte sich ihre Beute sichern, Aber durch ein beherztes Eingreifen von Ole wurde dieses vereitelt. Die Biene fiel tiefer, konnte sich an ein Blatt klammern, blieb dort einige Zeit kopfüber hängen und versuchte wegzufliegen. Bei diesem Versuchen fiel sie auf den Waldboden, rappelte sich auf, putzte sich ein wenig und flog plötzlich weg. Wir hatten der Biene das Leben gerettet! - Und die Spinne bereits ihr Netz. Wir fanden auch noch einige Tannen, an denen Harz aus den Stämmen floss.

12.09.2009

Im Wald, Nistkästen kontrollieren und ausräumen. Wir fanden viele nicht ausgebrütete Eier von Kleibern und Meisen, tote Vögel in den unterschiedlichsten Größen und natürlich Falter und verlassene Wespennester. Außerdem einen Nistkasten, der als Winterquartier für Haselmäuse dient. Bucheckern schmecken gut, wie Nüsse!

26.09.2009

Ein wunderschöner Herbsttag. Wir sind nochmals in den Wald gegangen, die Nistkästen kontrollieren und ausräumen. Die Sonne schien durch die Bäume und wir konnten Spinnennetze sehen, die sich zwischen die Bäume spannten Und wir fanden schöne Waldsachen!

30.10.2009

Es ist kühler geworden. Wir versuchen die Natur durch ein Mikroskop zu betrachten. An Pilzen, Blättern und Gräsern versuchen wir uns, aber die sind mit diesem einfachen Mikroskop nicht zu betrachten. Aber bei einem toten Käfer haben wir Erfolg. Nachdem die Kinder diesen zerlegt haben, können wir sein Bein betrachten. Spannend!

14.11.2009

Ein kalter, windiger Tag. Wir sind mit Spektiv und Fernglas zum Aussichtsturm im Ried gegangen, schauen was wir dort für Überwinterungsgäste haben. Außer sehr vielen Graugänsen und einigen Blesshühnern sowie Kormoranen haben wir nichts zu sehen bekommen. Doch, wir konnten noch einen Mäusebussard auf einem Ast sitzend beobachten.

28.11.2009

Es hat viel geregnet in den letzten zwei Wochen. Der Wald ist durchweicht und matschig. Und es waren nur drei Kinder, die sind aber glücklich nach Hause gegangen! Angezogen mit Gummistiefeln und Matsch- bzw. Regenhose oder alten Klamotten sind wir in den Echzeller Wald gezogen und haben Matschwege gesucht. Die Kinder haben tatsächlich den Wildschweinen Konkurrenz gemacht! Die Gummistiefel blieben im Matsch stecken und anschließend lagen die Kinder auch drinnen, was große Freude bei den Kindern hervorrief und Stirnrunzeln bei den Eltern. Zuvor aber wurden Kletterbäume gesucht und beklettert, ebenso wie Hochstände. Auf dem Rückweg am Georgenteich standen einige Jäger und zerlegten ihre erlegten Wildschweine. Das fanden die Kinder nicht so schön!

12.12.2009

Letztes Mal in diesem Jahr, denn nächstem Freitag beginnen die Weihnachtsferien. Es sind nur Sven und Ole dabei, die anderen Kinder sind entweder Grippekrank oder anderweitig verhindert. Aber wir drei helfen 22 Obstbäume zu pflanzen, wobei Sven den Bagger beaufsichtigt und Ole den Drahtschutz gegen die Rehe und Hasen um die Bäume bindet. Müde und durchfroren liefere ich Sie zu hause ab.