Vogelstimmenwanderung für Frühaufsteher

21. Mai 2017 Die NABU-Gruppe Bingenheim hatte auch in diesem Jahr wieder zur „Vogelstimmenwanderung für Frühaufsteher“ eingeladen. Am Sonntag, den 21. Mai 2017, hatten sich insgesamt 55 interessierte Vogelbeobachter um 6.00 Uhr in der Früh bei herrlichem Sonnenschein vor dem Bürgerhaus Bingenheim versammelt. Die kurze Begrüßung durch den Vorsitzenden der NABU-Gruppe Sven Schuchmann wurde durch die Rufe der immer seltener vorkommenden Turteltaube und der Ringeltaube untermalt. Die Führung der Gäste übernahm dann Udo Seum, der gleich die Gelegenheit nutzte, einige allgemeine Anmerkungen zum Thema „Tauben“ vorzutragen.


Danach machte sich die Gruppe auf den Weg, vorbei am Friedhof und hinauf zum Steinbruch. Dabei waren Nachtigall, Rotkehlchen, Dorngrasmücke, Gartengrasmücke und Mönchsgrasmücke zu hören und zu sehen. Am Grundstück der NABU-Gruppe Bingenheim angekommen, klärte Seum die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über eine an einem Mast angebrachte Nisthilfe für den Turmfalken auf. So erfuhr man, dass 15 solcher Nisthilfen im Rahmen der montäglichen Arbeitseinsätze der NABU-Gruppe, verteilt in der Gemarkung Bingenheim, aufgestellt wurden. Die spezielle Anflugöffnung der in Eigenregie hergestellten Nistkästen solle verhindern, dass sich die Nilgans dort zum Brüten niederlässt und damit den Turmfalken vertreibt.


Begleitet vom Ruf einer Hohltaube und dem erfrischenden Gesang der Klappergrasmücke, dem Bluthänfling und des Distelfinks setzte die Gruppe ihre Wanderung fort. Eine auf dem Weg vorweglaufende Bachstelze zeigte die Richtung vorbei am Steinbruch und dann hinauf zum Wald. Auf halber Strecke bei den Streuobstwiesen erläuterte Seum die Nistkastenaktion der Unteren Naturschutzbehörde UNB des Wetteraukreises. Um den seltenen Gartenrotschwanz wieder vermehrt anzusiedeln und ihn bei seinen Brutaktivitäten zu unterstützen, hat die UNB drei verschiedene Typen von Nistkästen zur Verfügung gestellt. Man will herausfinden, welcher Typ dieser Kästen vom Gartenrotschwanz am ehesten angenommen wird. Die NABU-Gruppe wird das kontrollieren.


Im Wald angekommen, berichtete Seum über das Trauerschnäpper-Projekt in Zusammenarbeit mit der NABU-Gruppe Villingen. Auch hier wurden verschiedene Nistkastentypen aufgehängt, die mit einem speziellen Drahtgitter zum Schutz vor dem Waschbären versehen sind. Erfreut zeigte sich Seum, dass bereits fünf Brutpaare des Trauerschnäppers die Nisthilfen angenommen haben.


Der Weg zurück führte die gutgelaunten Gäste vorbei am Welschbach zum Haus der Vereine. Dort angekommen erwartete die Wanderer ein reichhaltiges und leckeres Frühstücksbuffet, an dem sich die Vogelbeobachter laben konnten. Die Mitglieder der NABU-Gruppe Bingenheim hatten keine Mühen und Kosten gescheut, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Vogelstimmenwanderung einen genüsslichen Abschluss zu bescheren. Helga Ahrens, ehemals Vorstandsmitglied und in dieser Funktion auch Organisatorin der Verköstigung, zeigte sich hoch erfreut über das gelungene Buffet, das die „Nachrücker“ im Vorstand gezaubert hatten. Ihr Kommentar: „Das habt ihr gut gemacht“. Auch Udo Seum war sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Die von Jahr zu Jahr steigende Teilnehmerzahl sagt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass das Interesse am Thema „Natur“ in der Bevölkerung immer weiter zunimmt. Wenn dann noch Petrus mitspielt und uns einen so schönen sonnigen Tag beschert, dann bin ich sehr glücklich über diesen gelungenen Vormittag. Ob wir das etwa der regelmäßigen Teilnahme von Pfarrer Kaiser aus Echzell und seinem „Draht nach oben“ zu verdanken haben?“ Seum lächelte verschmitzt bei dem Gedanken…

Nistkasten Trauerschnäpper
Nistkasten Trauerschnäpper