Erfolgreiche Steinkauzberingung beim NABU und der HGON Wetterau

Udo Seum und Sven Schuchmann beim Beringen

11.06.2011 - In den letzten Wochen wurden 120 junge Steinkäuze durch den Vorsitzenden der HGON Wetterau Udo Seum und sein Team beringt. Die NABU-Gruppen im Wetterraukreis haben ca. 600 Brutröhren in den letzten Jahren in Obstbäumen auf Streuobstwiesen befestigt. Mit großem Erfolg! Jedes Jahr in den Monaten Mai und Juni ist Udo Seum mit weiteren Mitgliedern der NABU Gruppen und HGON in Sachen Steinkauz im Raum Wetterau unterwegs, um nach den Niströhren dieser seltenen, vom Aussterben bedrohten Vogelart zu schauen, die Brut zu überprüfen und die jungen Steinkäuze zu beringen.
 
Der Steinkauz (Athene noctua) erreicht eine Körpergröße von gerade einmal 23cm und ist somit eine der kleinsten Eulenarten Eurasiens und Nordafrikas. In freier Wildbahn erreichen sie im Durchschnitt ein Alter von 6 Jahren. Sie können jedoch bis zu 17 Jahre alt werden. Leider überleben die meisten Jungsteinkäuze jedoch das erste Lebensjahr nicht. Besonders unter diesem Gesichtspunkt ist es wichtig, möglichst vielen Steinkäuzchen erfolgsversprechende, mardersichere Brutmöglichkeiten zu bieten.

In Deutschland ist der Steinkauz meist in Streuobstwiesen zu finden - mit spärlicher oder niedriger Vegetation. Gerne brütet er auch in Scheunen oder Weidehütten. Durch den Rückgang von natürlichen Streuobstwiesen sowie Veränderungen in der Landwirtschaft schwindet der Lebensraum dieser sympathischen kleinen Eule zusehend.

Anlegen des Ringes

Ein einmal gewähltes Revier besetzt er meist über mehrere Jahre und zum Teil sogar lebenslang. Das Flugbild des Steinkauzes erkennt man am geradlinigen, leicht wellenartigem Flug in Höhe des Bodens. Seine bevorzugte Beute sind kleine Mäuse, Käfer, Larven, Schnecken, Amphibien und Regenwürmer.

Zusammen mit aktiven Mitgliedern der NABU und HGON Wetterau sorgt Udo Seum dafür, dass der Steinkauz in künstlichen Brutröhren wieder neue Lebensräume findet um sich erfolgreich zu vermehren. Sollte jemand einen Steinkauz in einer künstlichen oder natürlich Bruthöhle entdecken, würden wir uns über eine Nachricht freuen.

Die Steinkauz-Beringung findet zwischen der zweiten und dritten Lebenswoche statt. Mit ca. 4 Wochen verlassen die Jungen das Nest. Mit gut 5 Wochen sind sie flugfähig. Gerne halten sie sich jedoch noch eine Zeitlang in der Nähe der elterlichen Bruthöhle auf. Durch die Beringung werden wertvolle Fakten über die Verbreitung sowie die Bestandsentwicklung gesammelt .

Aus diesem Grund bitten wir alle Besitzer von Streuobstwiesen und alten Bäumen diese wenn möglich nicht abzuholzen bzw. wieder für Nachpflanzungen zu sorgen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die regelmäßige Maat bestehender Streuobstwiesen, da die Steinkäuze nur im kurz gemähten Gras an Ihre Nahrung kommen welche für die Aufzucht der Jungen unabdingbar ist.
Wir hoffen auf Ihre Mithilfe damit sich auch in den nächsten Jahren die Steinkäuzchen der Wetterau erfolgreich vermehren können.